Zwei mächtige Verbündete

Wer in Richtung Burnout steuert, wird immer müder. Das ist genaugenommen ein Schutzmechanismus unseres Organismus, der uns davor bewahren will, die allerletzten Kraftreserven zu verbrauchen. Aber wie kann man so eine Situation wieder umkehren? Das Tückische an einem Prozess in Richtung Burnout ist, dass man (scheinbar) keine Kraft mehr dafür hat, etwas zu verändern. Oder ja sowieso schon gestresst ist, und jetzt soll man noch etwas auf die sowieso schon viel zu lange To-Do-Liste schreiben?

Es gibt aber eine einfache und effektive Strategie, die gleich noch zwei Verbündete mit 'Superkräften' mitbringt: die Strategie der vielen kleinen Schritte.

Stellen Sie sich vor, Ihre Energiereserven wären so sehr verbraucht, dass Sie nur noch die Kraft hätten, einen einzigen, winzigen Schritt in Richtung Veränderung zu gehen. Das entmutig erst einmal, denn das Ziel, das wir eigentlich anstreben ist vielleicht hundert Schritte entfernt. Hundert Schritte aus dem Stand schafft man nicht, aber jeden Tag den einen kleinen Schritt? In fünfzig Tagen hat man dann mit wenig Kraftanstrengung schon die Hälfte der Strecke bewältigt. Viele kleine Schritte bringen uns irgendwann ans Ziel. Die Schritte sollten, das ist ganz wichtig, so klein geplant sein, dass man sie tatsächlich bewältigt.

Das sieht am Anfang nach Minischritten aus, die sich vielleicht nicht einmal zu lohnen scheinen. Aber die Strategie der kleinen Schritte hat zwei Verbündete, die uns helfen: die Summe kleiner Veränderungen und die Macht der Gewohnheit. Das sind mächtige Partner, die uns auf unserem Weg unterstützen.

  1. Die Summe kleiner Veränderungen
    Für dieses Prinzip ist es völlig egal, wie winzig die Veränderungen sind. Sie Summe der Veränderungen bringt Sie voran - nur die Geschwindigkeit ändert sich. Solange Sie jeden Tag einen Schritt gehen, gehen Sie unaufhaltsam voran. Und es wird zunehmend leichter gehen! Denn es setzt automatisch ein Trainingseffekt ein. Vielleicht schaffen Sie irgendwann zwei Schritte auf einmal. Oder drei. Damit beeinflussen Sie dann die Geschwindigkeit, aber Ihr Ziel erreichen Sie auch ohne das.
  2. Die Macht der Gewohnheit
    Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Ein Großteil dessen, was wir jeden Tag tun, besteht aus Gewohnheiten. Gewohnheiten sind also Dinge, die wir tun, ohne es so richtig zu merken. Und das bedeutet, dass sie wenig Aufmerksamkeit und Kraft benötigen. Wenn wir also die vielen kleinen Schritte in Gewohnheiten verwandeln, werden sie ein Teil unseres Alltags und bleiben damit sozusagen bei uns. Je mehr Gewohnheiten wir entwickeln, die uns gut tun und aus einer tendenziellen Kraftlosigkeit und Überforderung in Richtung eines leichteren und kraftvolleren Lebens schubsen, desto mehr nähern wir uns diesem Zustand.

Bevor wir in der nächsten Lektion zeigen, wie das mit Gewohnheiten in der Praxis aussieht, bekommen Sie hier noch einen Joker. Um etwas ändern zu wollen, brauchen wir einen Grund. Oder besser noch: einige gute Gründe, so etwa fünf bis zehn? Wir haben ein Blatt für Sie vorbereitet, in das Sie Ihre ganz persönlichen guten Gründe für ein besseres, stressfreieres Leben eintragen können. Einer könnte z. B. ein glücklicheres und gesünderes Leben sein (das ist quasi eine direkte Folge von Stressreduktion). Oder: Wieder mehr Zeit und Ruhe für die Dinge zu haben, die Ihnen wirklich wichtig sind. Vielleicht finden Sie irgendwo hinter Ihren Wünschen auch noch so etwas wie ein paar schon lange vergessene Träume von einem besseren Leben, die im Alltagstrott untergegangen sind? Jeder Wunsch verleiht Ihnen so etwas wie Superkräfte für Veränderung, immer dann, wenn Sie das Ziel aus den Augen verlieren und den Stress Überhand gewinnen lassen.

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