Zwei mächtige Verbündete

Wer in Richtung Burnout steuert, wird immer müder. Damit will unser Körper uns sagen: Ich habe kaum noch Energie übrig für alles, was über das absolut Notwendige hinausgeht. Das ist genaugenommen ein Schutzmechanismus unseres Organismus, der uns davor bewahren will, die allerletzten Kraftreserven zu verbrauchen. Aber wie kann man so eine Situation wieder umkehren? Das Tückische an einem Prozess in Richtung Burnout ist, dass man (scheinbar) keine Kraft mehr dafür hat, etwas zu verändern. Oder ja sowieso schon gestresst ist, und jetzt soll man noch etwas auf die sowieso schon viel zu lange To-Do-Liste schreiben?

Es gibt aber eine einfache und effektive Strategie, die gleich noch zwei Verbündete mit 'Superkräften' mitbringt: die Strategie der kleinen Schritte.

Stellen Sie sich vor, Ihre Energiereserven wären so sehr verbraucht, dass Sie nur noch die Kraft hätten, eine einzige Treppenstufe hinaufzusteigen. Eine Strategie der kleinen Schritte würde bedeuten, dass man jeden Tag eine zusätzliche Stufe bewältigt. Das kann im Sinne von körperlicher Kräftigung ein tatsächliches Trainingsprogramm in kleinen Schritten sein, aber im übertragenen Sinn auch ganz einfach, jeden Tag eine Kleinigkeit zu verändern, die uns unserem Ziel näherbringt. Die Schritte sollten, das ist ganz wichtig, so klein geplant sein, dass man sie tatsächlich bewältigt.

Am ersten Tag geht man also einen Schritt. Am zweiten Tag zwei und am dritten Tag drei. Das sieht am Anfang nach Minischritten aus, die sich vielleicht nicht einmal zu lohnen scheinen. Aber die Strategie der kleinen Schritte hat zwei Verbündete, die uns helfen: die Summe kleiner Veränderungen und die Macht der Gewohnheit. Das sind mächtige Partner, die uns auf unserem Weg unterstützen.

  1. Die Summe kleiner Veränderungen
    Wenn ein Schritt alles war, was Sie am ersten Tag bewältigen konnten, sind zwei Schritte, oder in unserem Beispiel zwei Treppenstufen, eine Verbesserung um 100%. Drei Schritte sind dann schon eine wirklich tolle Leistung. Und wenn Sie an Tag 10 schon 10 Stufen nehmen können, sind Sie an einem Punkt, an dem Sie vielleicht schon länger nicht mehr waren. Für dieses Prinzip ist es völlig egal, wie winzig die Veränderungen sind. Sie Summe der Veränderungen bringt Sie voran - nur die Geschwindigkeit ändert sich. Solange Sie jeden Tag einen Schritt mehr gehen, gehen Sie unaufhaltsam voran. Und es wird zunehmend leichter gehen!
  2. Die Macht der Gewohnheit
    Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Ein Großteil dessen, was wir jeden Tag tun, besteht aus Gewohnheiten. Gewohnheiten sind also Dinge, die wir tun, ohne es so richtig zu merken. Und das bedeutet, dass sie wenig Aufmerksamkeit und Kraft benötigen. Wenn wir also die vielen kleinen Schritte in Gewohnheiten verwandeln, werden sie ein Teil unseres Alltags und bleiben damit sozusagen bei uns. Je mehr Gewohnheiten wir entwickeln, die uns gut tun und aus einer tendenziellen Kraftlosigkeit und Überforderung in Richtung eines leichteren und kraftvolleren Lebens schubsen, desto mehr nähern wir uns diesem Zustand.

Bevor wir in der nächsten Lektion zeigen, wie das mit Gewohnheiten in der Praxis aussieht, bekommen Sie hier noch einen Joker. Um etwas ändern zu wollen, brauchen wir einen Grund. Oder besser noch: einige gute Gründe, so fünf bis zehn? Wir haben ein Blatt für Sie vorbereitet, in das Sie Ihre ganz persönlichen guten Gründe für ein besseres, stressfreieres Leben eintragen können. Einer könnte z. B. ein glücklicheres und gesünderes Leben sein (das ist quasi eine direkte Folge von Stressreduktion). Oder: Wieder mehr Zeit und Ruhe für die Dinge zu haben, die Ihnen wirklich wichtig sind. Vielleicht finden Sie irgendwo hinter Ihren Wünschen auch noch so etwas wie ein paar schon lange vergessene Träume von einem besseren Leben, die im Alltagstrott untergegangen sind? Jeder Wunsch verleiht Ihnen so etwas wie Superkräfte für Veränderung, immer dann, wenn Sie das Ziel aus den Augen verlieren und den Stress Überhand gewinnen lassen.

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